Traumagruppe für Flüchtlingskinder – 20. Juni 2014

Die Hamburger Unterkünfte für Flüchtlinge aus Ländern, in denen Bürgerkrieg oder andere Nöte existieren, sind voll. Flüchtlingskinder kommen bisweilen auch unbegleitet zu uns, um der Rekrutierung als Soldat, der Zwangsheirat oder der Prostitution zu entfliehen. Allen gemeinsam ist die fehlende Zukunftsperspektive in ihren Ländern. Wenn sie den Weg zu uns geschafft haben, haben sie in der Regel bereits viele schwere Belastungen zumindest physisch überlebt.

Seelische Wunden, die als Folgen derart schwerwiegender Ereignisse mit einer hohen Wahrscheinlichkeit zu vermuten sind, bleiben dabei oft unbehandelt.

In der zentralen Erstaufnahmeeinrichtung an der Sportallee 70 leben derzeit über 150 Flüchtlinge, die dort bis zu drei Monaten wohnen. In der Zwischenzeit entscheidet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge über den Asylantrag. Spätestens nach Ablauf von drei Monaten ziehen die Flüchtlinge, deren Verfahren noch nicht abgeschlossen ist, in eine andere Wohnunterkunft im Hamburger Stadtgebiet.

Es gibt inzwischen viele gute Erfahrungen in der Stärkung und Unterstützung traumatisierter Menschen. Auf Initiative von Pastor Joachim Tröstler bietet der Jugendhilfeträger Selbst & Sicher e.V. den Flüchtlings-Kindern und Jugendlichen in der Sportallee ein traumapädagogisches Angebot an, das vor allem darauf zielt, sie emotional zu stabilisieren. Die fachlich geschulten Mitarbeiter (eine Traumapädagogin, eine Traumatherapeutin) machen sich mit den Kindern auf die Suche nach inneren Wohlfühlorten, die jedes Kind jederzeit aufsuchen kann. Dabei kann es Möglichkeiten erforschen, innere Anspannung loswerden oder einzigartige Krafttiere als gute Begleiter für den Alltag ins Leben rufen.